Über das Gebet

Wir wissen ebenso sehr: Wie des täglichen Brotes, bedürfen wir der täglichen Vergebung, der täglichen Bewahrung und Stärkung gegenüber den Versuchungen und der täglichen Erlösung aus der Macht des Bösen, die mit ihren Einflüssen, Anläufen und Schlingen beständig gegen uns gerichtet ist.

Darum beten wir ohne Unterlaß! Dazu haben die Apostel uns drei Arten des Gebetes ans Herz gelegt:

1.   Das Gebet im Kämmerlein.
2.   Das Gebet in der Familie oder die sog. Hausandacht.
3.   Die Anbetung in der Versammlung der Gemeinde am Altar Gottes.

Eines ist so wichtig wie das andere. Grundlegend aber ist immer das Gebet im Kämmerlein! Gott wohnt im Verborgenen und will dem einzelnen dort begegnen. Dort in der Stille will Er mit uns, und sollen wir mit Ihm reden. Es ist auffallend, wie Jesus dieses genau und bestimmt definiert mit den Worten Matth. 6, 6: „Wenn Du aber betest, so gehe in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der in das Verborgene siehet, wird dir's vergelten öffentlich."

(Aus Predigt über Lukas 11, 1, Zürich, 1937)

Siehe hierzu Dokument a-0648
Ein Vortrag über die Hausandachten, Pastorale Mitteilung, Juni 1866

und Dokument a-1959
Roßteuscher, Lic. Dr. Ernst: Gebete für die Hausandacht, Leipzig, 1872.