Kirchengeschichte des Eusebius

Einleitung

Als Kirchengeschichte (Historia ecclesiastica) wird eine Literaturgattung bezeichnet, die besonders in der Spätantike eine Blüte erlebte, aber auch im Mittelalter (in Form der christlichen Historiographie) weit verbreitet war, siehe beispielsweise Historia ecclesiastica gentis Anglorum.

Bedeutende Verfasser von antiken „Kirchengeschichten“ waren Eusebius von Caesarea, der „Vater der Kirchengeschichte“, Sozomenos, Socrates Scholasticus, Theodoret und Evagrius Scholasticus, die alle in griechischer Sprache schrieben, wobei Sozomenos, Socrates und Theodoret mit ihren Darstellungen an Eusebius' Kirchengeschichte anschlossen. Dabei wurde oft, neben der Geschichte der Kirche und innerchristlichen Auseinandersetzungen, wenigstens teilweise die Profangeschichte berücksichtigt, sodass Kirchengeschichten nicht selten auch eine wichtige Quelle etwa bezüglich der politischen Geschichte darstellen.

Rufinus von Aquileia übersetzte die Kirchengeschichte des Eusebius ins Lateinische und führte sie bis in das Jahr 395 fort; auch die Werke der drei oben genannten Fortsetzer Eusebius' wurden schließlich im 6. Jahrhundert von Epiphanius Scholasticus ins Lateinische übersetzt und in 12 Bücher zusammengefasst (Historia tripartita).

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Eusebius von Caesarea

Über seine Herkunft ist nichts bekannt, wahrscheinlich ist er aus Palästina gebürtig. Er wurde Mitarbeiter des gelehrten Origenisten Pamphilos, eines Kirchenvorstehers in Cäsarea in Palästina, weshalb er Eusebius Pamphili genannt wurde. Eusebius machte intensiven Gebrauch von der umfangreichen Bibliothek des Pamphilos, besonders widmete er sich dem Studium der Bibel.

In der Diokletianischen Verfolgung erlitten Pamphilos und andere Christen in Palästina, Tyros und Ägypten das Martyrium. In seiner Schrift Über die palästinischen Märtyrer gibt Eusebius ein anschauliches Bild dieser Zeit.

Nach Beendigung der Diokletianischen Verfolgung wurde er um 313 zum Bischof von Cäsarea gewählt. Über die folgenden Jahre ist nur wenig bekannt. In den arianischen Streitigkeiten spielt er keine eindeutige Rolle. So verteidigte er Arius gegenüber dem Bischof Alexander von Alexandria, unterzeichnete dann aber auf dem ersten Konzil von Nicäa 325 das nicaenische Symbol sowie das Anathema gegen die Arianer. Kurz zuvor durch eine Synode in Antiochia exkommuniziert, erschien Eusebius vor dem Konzil und wurde dort nach Vorlage seines Glaubensbekenntnisses von Kaiser Konstantin I. als rechtgläubig anerkannt.

In den folgenden Jahren blieb Eusebius wiederholt gegen seine innerkirchlichen Gegner in Syrien und Palästina siegreich. So leitete er 335 die Synode von Tyrus, die Athanasius von Alexandria exkommunizierte. Nach dem Tod Konstantins I. lebte auch Eusebius nur noch kurze Zeit, laut Sokrates Scholasticus ist sein Todesdatum frühestens 337 und spätestens 340 anzusiedeln.

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In seinem relevanten Hauptwerk, der Kirchengeschichte, schildert er in zehn Bänden die Geschichte vom ersten Entstehen der christlichen Kirche bis gegen 324. Er liefert vor allem in den hinteren Bänden eine reiche Ausbeute von Dokumentationen durch eigenes vermehrtes Nachfragen bei Teilnehmern des Geschehenen und durch Selbsterlebtes. Eusebius hatte Zugang zu vielen Quellen, öffentlichen Archiven, Kirchenbibliotheken und sogar Privatsammlungen, die heute nicht mehr erhalten sind.

Die Texte der nachfolgenden Seiten stammen aus: Eusebius, Ausgewählte Schriften Band II: Kirchengeschichte. Aus dem Griechischen übersetzt von Phil. Häuser. (Bibliothek der Kirchenväter, 2. Reihe, Band 1) München 1932, sprachlich überarbeitet durch Andreas Janssen und wurden mit freundlicher Genehmigung von www.glaubensstimme.de übernommen.

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