Die Gewänder

Die Entwicklung
der Ordnung der kirchlichen Gewänder
in den katholisch - apostolischen Gemeinden

Als erstes möchte ich einen Auszug aus Albrecht Webers, „Die Katholisch-apostolischen Gemeinden, Marburg, 1977“ voranstellen.

Er schreibt: „Das wesentliche Band der Einheit für die Gemeinden, die damals unter Leitung der Apostel standen, war zunächst die Hoffnung auf die nahe Parusie Christi und die Gewissheit, dass Gott als Unterpfand und Zeichen dafür die Fülle urchristlicher Charismata wiedererweckt habe.

Irving entstammte der schottisch-presbyterianischen Kirchenkonfession, in der es weder Festzeiten des Kirchenjahres, eine Liturgie noch priesterliche Gewänder gab. Die zu Irvings Gemeinde ursprünglich gehörigen und die infolge des charismatischen Aufbruchs hinzugesammelten Leute waren also aller dieser Dinge bar.

Bis 1842 gab es nur ganz allgemeine Bestimmungen über die täglichen Gottesdienste und die Abendmahlsfeier. Jeder Engel oder Älteste füllte diesen Rahmen nach Vermögen mit freien Worten aus. Was die gottesdienstliche Kleidung angeht, so bedienten sich einige Vorsteher eines Talars, andere trugen gewöhnliche schwarze Tracht, ganz wie sie und die Mehrzahl der Gemeindeglieder es gewohnt war oder für angemessen hielt.

Mit der Zeit machte sich jedoch in den unter Aposteln gesammelten Gemeinden ein Bedürfnis nach stärkerer liturgischer Formung der Gottesdienste bemerkbar. Hinzu kam, daß mehrere Apostel auf ihren Reisen eine Fülle liturgischen Guts kennen und würdigen gelernt hatten. Ferner hatte der erstberufene Apostel J.B. Cardale von frühen Jahren an die Kirchenväter und Liturgien des Altertums mit Vorliebe studiert. All dies führte dazu, daß die Apostel im September 1842 eine erste Form der Liturgie sowie kirchliche Gewänder in der Kapelle zu Albury einführten. Den Gemeindebischöfen, die es wünschten, wurde freigestellt, dieselben Gottesdienstformen und Gewänder zu gebrauchen.

Den Gemeindebischöfen ("Engeln") wurde in der Mitteilung über diese Schritte bestimmt erklärt, dass die Apostel keineswegs beabsichtigten, ein Gesetz hinsichtlich der Einführung jener Gewänder und Gottesdienstordnungen aufzustellen; es bleibe ihnen hierbei vielmehr alle Freiheit: nur sollten sie die Vorschriften über die verschiedenen Gottesdienste befolgen, welche die Apostel gemäss prophetischen Aufschlüssen über die Stiftshütte und die levitischen Opfer bereits früher erlassen hatten.

Zum Gebrauch gottesdienstlicher Gewänder in den katholisch­apostolischen Gemeinden kurz das Folgende: Alle Diener bedecken, ehe sie ein weißes Gewand anlegen, ihre weltliche Kleidung vollständig mit einem Talar: die schwärze Farbe soll hinweisen auf den Tod des alten Menschen, der für den Dienst Gottes unbrauchbar ist; nach altkirchlichem Brauch wird darüber die weiße Alba als das eigentliche priesterliche Gewand gezogen: nur der mit dem weißen Gewand der Gerechtigkeit Christi geschmückte Mensch darf dem lebendigen Gott nahen.

Über der Alba trägt der Zelebrant bei der Eucharistie die Kasula: da die Kasula, ein Gewand von weißer Farbe - das mit passendem Schmuck versehen werden kann - , wegen des Fehlens der Ärmel gleichsam aus einem Stück besteht, gilt sie in den katholisch-apostolischen Gemeinden als ein angemessenes Sinnbild der Einheit des mit dem Opfer und der Herrlichkeit Christi bekleideten Leibes der Kirche.

Die Amtsführer aller drei Stufen - Engel, Priester und Diakonen­ trugen - bei ihren kirchlichen Dienstleistungen die Stola - als ein Sinnbild der Bürde des Amtes, die Cnristus auf seine Diener legt sowie des Gehorsams und der Unterwürfigkeit wozu Christi Diener ihrem Herrn gegenüber verpflichtet sind.

Das den Gemeindebischof ("Engel") auszeichnende Gewand war der bischöfliche Mantel: eine Hindeutung auf den Vorsitz und das Regiment, womit der Engel der Gemeinde betraut ist.

Als diakonales Gewand wurde die Dalmatika gebraucht.“

Siehe hierzu Dokument a-123 E.A.  Roßteuscher, „Nähere Anweisung in Betreff der kirchlichen Gewänder, und anderen Zeugstücke, Berlin, 1880“ und Dokument a-300 L. Abrecht „Abhandlungen über die Kirche, Katechismus der KAG, Teil 3“ Kapitel: „Die Symbole im Gottesdienst der Kirche“.

Beim Anlegen der Kleider wurden Gebete gesprochen. Siehe hierzu Document a-0656 “Sakristei-Gebete zur Anlegung der heiligen Gewänder vor dem Dienste”.

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