Über das Verhältnis
zu der übrigen Christenheit
und zu den Staats- oder Landeskirchen

Aus einem handschriftlichen Exemplar eines Zirkulares aus dem Jahre 1855 (Seite 3, 4 und 5) nach dem Besuch des norddeutschen Stammes durch den Apostel F. V. Woodhouse. (Sammlung „Apostolische Zirkulare“)

Gemäß dem Zeugnis, das von den Aposteln verfasst und an die höchsten Häupter in Kirche und Staat gerichtet worden ist, welches die Grundsätze unseres Verfahrens deutlich darlegt, dürfen wir die bestehenden christlichen Kirchen nicht als abgefallen betrachten. Wir sind im Gegenteil verbunden, sie für die Kanäle des Segens Gottes und für die Ordnungen anzusehen, durch die Er Seinem Volke Gnade spendet. So tief sie auch gesunken und so mangelhaft ihre Einrichtungen sein mögen, dürfen wir doch ihre Sakramente nicht leugnen und ihre Ämter nicht verkennen. Wir dürfen nicht sagen, dass ihnen etwas fehlt, was für den Einzelnen nötig ist, um zur Seligkeit in Christo zu gelangen.

Wie könnten wir auch den Genuss der zur Seligkeit notwendigen sakramentlichen Gnade ihnen absprechen, ohne uns selbst von solcher Seligkeit abzuschneiden und ein Gericht über die früheren Geschlechter zu fällen, durch welche die Wahrheiten und Segnungen des Evangeliums bis zu uns gekommen sind, ohne die Mutter zu verachten, die uns getragen hat, und unsere Väter in Christo zu verunehren.

Doch unsere Pflicht gegen die bestehenden Kirchen beschränkt sich nicht auf eine äußerliche Anerkennung der Ordnungen Gottes in ihnen und unsere Einheit mit unseren Brüdern, den Getauften. Wir müssen vielmehr diese Ordnungen dadurch anerkennen und ehren, dass wir uns ihnen als Gottes Ordnungen unterwerfen, Gottes Gnade durch sie suchen und erwarten und uns mit Freudigkeit an sie halten (waiting on them) in der Hoffnung auf das Kommen des Herrn. ...

... Die erste Pflicht der Gläubigen ist demnach, an ihrer Stelle zu verharren, dies also nicht zu verlassen und durch erhöhten Fleiß im Halten an Gottes Ordnungen Gott in denselben zu ehren (siehe 1. Korinther 7,18- 24).

Wem es an Glauben fehlt, um ein gewisses Maß des göttlichen Segens durch die bestehenden Ordnungen in der christlichen Kirche zu empfangen, der kann nicht den vollen Segen Gottes durch die vollkommneren Ordnungen empfangen, die Gott in diesen letzten Tagen wieder hergestellt hat. Denn in beiden Fällen kommt der Segen gleichermaßen durch unseren Glauben an Christus das Haupt Seiner Kirche, der durch die von Ihm gesetzten Ordnungen tätig ist und wirkt alles in allem. ...

... Sind die, welche ausgehen zu predigen oder Zeugnis abzulegen, nicht von diesen Wahrheiten durchdrungen, so werden ihre Worte Spaltung anstatt Einheit, Hass anstatt Liebe hervorbringen, und pharisäischen Stolz anstatt christliche Demut befördern.

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und Glaubensbekenntnisse.

 


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