Die Zeit
der StilleUnd als das Lamm das siebente Siegel auftat, entstand eine Stille im Himmel etwa eine halbe Stunde lang (Offb. 8, 1).
Der Bezirksevangelist A. Valentin führt dazu in einer Predigt über die „Stille im Himmel bei einer halben Stunde – Ein Rückblick“ aus:
„Die Apostolischen Gemeinden sollen lernen, der ganzen Kirche voranzugehen im Bekenntnis der großen, gemeinsamen Schuld.
Ein späterer Schreiber berichtet:
"Innerhalb der Gemeinden hörte die apostolische Fürsprache für die ganze Kirche Christi und Sein Volk auf und das auf der ganzen Erde. Der goldene Altar des Weihrauches war zugedeckt. Dort, im höheren Chor, steht der Fürbittaltar und der Stand für das Weihrauchfass, unbenutzt. Später folgte ein Zudecken des siebenarmigen Leuchters: Die Einheit der sieben Gemeinden Londons, die man in dem monatlichen Treffen sah, wurde nun nicht mehr sichtbar dargeboten. Dies geschah alles innerhalb der Gemeinden. Ausserhalb war das weltweite Zeugnis an die allgemeine Kirche verstummt; der Warnruf, die Ankündigung der Wiederkunft und des Königreiches wurde nicht mehr gehört.
Und so wurden wir durch das Handeln Gottes in diese Zeit der Stille gebracht, in einen Zeitabschnitt, dessen Länge nur dem bekannt ist, der jenes Siegel der Schriftrolle geöffnet hat, worin das Schicksal der Völker und alles geschrieben ist, was Ihm alles bekannt ist. Was haben wir gesehen, was sehen wir heute in diesem stillen Zwischenraum zwischen den Offenbarungen der Tage, die vorbei sind, und denen von Gottes mächtigem Werk, was noch kommen soll? Wir haben gesehen und sehen noch das geistliche Zion, die Burg, die der wahrhafte David gebaut hat und die jetzt aus unserem Blick entschwindet. Einstens konnten wir mit Freuden sagen: 'Gehe durch Zion, zähle ihre Türme …, beachte wohl ihre Mauern ... betrachte ihre Paläste'. Aber was nun? Gottes Hand bedeckt unseren Mund. Da ist eine plötzliche Stille. Nach und nach ist die Herrlichkeit, obwohl nie gern verweilt hätte, dahingeschwunden. Langsam und in unendlicher Sorge hat der, der aufgebaut hat auch wieder abgerissen. Seine heiligen Apostel, Seine Amtsträger der Universalkirche, viele Erzengel und Engel der Gemeinden, viele Priester und Diakone, die meisten der Versiegelten sind zu ihrer Ruhe eingegangen. An vielen Orten, wo einst der Weihrauch zu Gott emporstieg und Gemeinden von dem Werk des lebendigen Gottes zeugten, ist die Stille nun vollkommen.
An anderen Orten sind die geistlichen Privilegien beschnitten, die Gottesdienste, die vom Herrn festgesetzt waren, wurden in ihrer Anzahl reduziert, es gibt weniger Gelegenheiten, am Altar teilzuhaben, den Er wieder aufrichtete. Auf vielen, die als Amtsträger für die gesammelte Gemeinschaft ordiniert wurden, ruht eine Verantwortung, die sehr viel größer geworden ist, eine Last, die Alter und physische Unzulänglichkeit in der Tat schwer werden lassen. Und wo einst die geistlichen Himmel mit der Helligkeit der Worte von des Herrn Propheten erleuchtet wurden und von dem Donner Seines Wortes durch Apostel widerhallten, dort herrscht nun eine große und eine feierliche Stille."
Die Apostel haben beschlossen, die Koadjutoren zum Besuch in den Gemeinden der verschiedenen Stämme einzusetzen.
Die Apostel selbst geben die persönlichen Besuche bei den Gemeinden auf, da sie die Notwendigkeit empfinden, sich zunächst der Fürbitte in Albury zu widmen, was ihnen durch den Mund der Propheten in allen Landen als ihre wichtigste gegenwärtige Pflicht und Bürde ans Herz gelegt wurde.
Überdies bringt es die große Ausdehnung des Werkes des HErrn in fremden Ländern, und die Menge der Fragen, die von Tag zu Tag entstehen und Beantwortung verlangen, mit sich, dass es immer mehr untunlich wird, dass einer von den beiden Aposteln, die noch im Stande sind zu reisen, längere Zeit von ihrem Wohnsitz abwesend sei.
"... Wenn der Herr Seine Apostel hinweggenommen haben wird, und das Werk und die Form, in der es betrieben wird, zu einem Ende gekommen sein wird, dann sollen Seine Diener ihre Arbeit, die sie niedergelegt haben, wieder aufnehmen und weiterführen.... Der Herr hat oft gesprochen, und er warnt dich, dass jedermann sei bereit. Die Welt wird frohlocken und spotten; aber ihr, die ihr auf den vertraut, den ihr nicht gesehen habt, aber den ihr zur rechten Zeit zu sehen hofft, ihr sollt euch nicht fürchten. Der ganze Wille Gottes soll durch euch vollzogen werden. Die Zeit kommt für die halbe Stunde der Stille, wenn Gott der Herr das siebente Siegel geöffnet haben wird".
Mr. Woodhouse selbst hatte sich immer geweigert, irgendwelche Anweisungen über das zu hinterlassen, was im Falle seines Todes geschehen sollte.
Schon im Dezember 1879 war das Problem bei einer Zusammenkunft der Sieben Gemeinden angeschnitten worden und Mr. Woodhouse hat nachdrücklich betont:
"Die Apostel ... konnten nicht, sie wagen es nicht, irgendwelche Schritte zu unternehmen, um für diese Lage der Dinge vorzusorgen, denn vor diesem Gedanken schreckten sie zurück wie vor der Stimme des Versuchers".
Aufgrund der immer größeren Schwäche des Apostels Woodhouse lag seit 1899 die ganze Verwaltung der Gemeinden bei den beiden überlebenden Koadjutoren Edward Heath und Dr. Isaac Capadose.
Am
Sonntag Septuagesima, dem 3. Februar 1901, lag Francis Valentine Woodhouse,
das letzte überlebende Mitglied des Apostelkollegiums, in Albury im Sterben.
Auf der anderen Seite des Kiesweges gegenüber von den efeubedeckten Giebeln
des Farmhauses waren Priester der Universalkirche in der Apostel-Kapelle, um
das Heilige Abendmahl zu feiern. Bezeichnenderweise bestand an jenem Tage die
Hymne, welche in der Oktave der Darstellung im Tempel enthalten war, in den
Worten:
"Herr, nun lässest du deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesagt hast; Denn meine Augen haben Deinen Heiland gesehen." (Luk 29, 30)
Kurz nach Ende des Dienstes verstarb der betagte Apostel ruhig, nachdem er sein sechsundneunzigstes Lebensjahr fast vollendet hatte.
Worte der Weissagung hatten die Koadjutoren viele Jahre lang gewarnt, bereit zu sein, "in einem Augenblick die Last und die Sorge für die Gemeinden zu übernehmen".
Die Situation war einfach so, wie Dr. Capadose zugab, dass sie ohne jede Anweisungen zurückgelassen worden waren. Mr. Hume erklärte dies auch seiner Herde:
"Die Hinwegnahme des Apostelamtes aus unserem Angesicht, während wir, die wir zu ihnen gesammelt worden sind, zurückbleiben, ist nicht das, auf das wir einst hofften. Und es ist auch keine Vorsorge für eine solche Lage der Dinge getroffen worden; sie konnte auch nicht getroffen werden, es sei denn, es hätte dem Herrn gefallen, seinen Aposteln einige Erleuchtung zu geben, mit der sie uns darüber unterrichten konnten, wie in solch einem Fall zu handeln wäre, Auf der anderen Seite haben viele Worte der Weissagung, die in den letzteren Jahren gesprochen worden waren, mehr oder weniger klar angekündigt, dass das, was nun geschehen ist, zu erwarten war. Und nun, wo es sich ereignet hat, lasst uns nicht betrübt oder im Geist erschüttert sein. Es ist des Herrn Werk, nicht unser Werk. Er, der es begann, und nur Er, weiß, wie Er es beenden wird ...“
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