Und das sind die Zeichen des Apostelamtes,
nach denen auch jetzt die Christenheit zu fragen hat.

Vor allen Dingen bringen sie die Wahrheit, die Lehre, die in Übereinstimmung ist mit dem, was die Kirche immer und überall und in allen ihren rechtgläubigen Gliedern geglaubt und bekannt hat? Jede neue Lehre, die im mindesten davon abwiche, würde sie mit Grund verdächtig machen.

Werden wir durch sie tiefer in dieser Wahrheit gegründet?

Wird uns das Wort Gottes durch sie verständlicher, wachsen wir durch sie in der Erkenntnis und in der Ehrfurcht vor dem Worte Gottes?

Werden wir durch sie in der Liebe gefördert?

Werden wir durch sie frei von jeder Engherzigkeit, von jedem Hasse gegen unsere Brüder und untereinander verbunden zu der Einheit, die der HErr an uns ersehnt?

Lernen wir durch sie Gott auf die rechte Weise anbeten, ist durch sie der Gottesdienst von den Mängeln oder den menschlichen Zutaten befreit, die ihn in allen Abteilungen der Kirche herabgedrückt und verunstaltet haben?

Sind durch sie alle die heiligen Ämter der Kirche, die sie am Anfang besaß, und die zu ihrer Erbauung und ihrem Heranwachsen zum Mannesalter nötig waren, wiederhergestellt worden?

Sind durch sie alle Sakramente und heiligen Gebräuche der Kirche wieder anerkannt und in ihre volle Kraft und Wirksamkeit getreten?

Sind die Gemeinden durch die Auflegung ihrer Hände wieder mit den Gaben des heiligen Geistes erfüllt?

Ist durch sie die Heilighaltung der Ehe, der Wandel in allen Geboten Gottes befördert worden, und ist durch sie die wahre Kirchenzucht in ihrem Ernste und in ihrer Barmherzigkeit wieder ins Leben gerufen?

Das sind die Zeichen der Apostel, nach denen wir zu fragen haben, die Früchte, an denen wir sie erkennen sollen.

(C. Rothe, Die gute Sache der apostolischen Gemeinden, 1867)

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