Thomas Carlyle,

geb. 1803 - gest. 1855
Apostel für Norddeutschland

Carlyle, Th. stammt aus einem schottischen Adelsgeschlecht und studierte in Edinburgh Rechtswissenschaft. Bereits 1830 führte er in einem berühmten Rechtsstreit die Verteidigung für den Priester John Campbell, der verurteilt wurde, weil er lehrte, dass Gott alle Menschen liebt, und dass Christus zur Erlösung des ganzen Menschengeschlechts starb. Durch Campbell lernte Carlyle dessen Leidensgefährten Edw. Irving kennen, und er schloss sich bald der Gemeinde des Geistlichen Tait in Edinburgh an; hier wurde er Ältester. Als solcher wirkte er durch seine Weisheit und Einsicht mit, dass die schottische Erweckung durch die Apostel in London richtig geleitet wurde. Er selbst wurde im Mai 1835 durch den Geist als Apostel bezeichnet. 1836 wurde der Stamm Norddeutschland unter seine Fürsorge gestellt.

Von 1838 bis zu seinem Tode arbeitete Carlyle unermüdlich in seinem Stamm. Er lernte dieses Land auf seinen ausgedehnten Reisen gut kennen, studierte dessen Einrichtungen, las die deutsche Literatur, eignete sich die deutsche Sprache wie ein Einheimischer an und verkehrte dabei mit hervorragenden Männern aller Gesellschaftsklassen. Seine Erfahrungen legte er in der fesselnden Schrift: „Deutschlands moralische Kennzeichen“ 1845 nieder, im Deutschen 1869 unter dem Titel: „Blicke eines Engländers in die kirchlichen und sozialen Zustände Deutschlands“, erschienen. Dieses Buch erweckte lebhaftes Interesse bei dem Preußenkönig Friedrich Wil-helm IV.

Der dänische Theologe Rudelbach nannte Carlyle „Das Auge der Kirche“. Als sein Evangelist Ch. Böhm 1843 den berühmten Theologen, Professor Thiersch, zum Glauben an das Werk des Herrn geführt hatte, hielt Carlyle in dessen Haus in Marburg Predigten vor einem auserlesenen Kreis von Freunden. „Noch nie habe ich jemanden mit einer solchen göttlichen Eingebung und Kraft reden hören“, äußerte sich Thiersch über ihn.

Im Herbst 1847 begann das Werk des Herrn in Norddeutschland Fuß zu fassen. In der damaligen Bundestagsstadt Frankfurt a. Main hielt der Apostel am 17. Oktober den ersten Dienst der Versiegelung der Gläubiggewordenen. Mitten im Revolutionsgetümmel wurde die Hauptgemeinde in Berlin am 19. März 1848 gegründet. Alle andern christlichen Kirchen blieben geschlossen, aber die Eucharistie wurde in dieser einen Gemeinde ungehindert gefeiert. Mehr als zwölfhundert volljährige Kommunikanten empfingen im Laufe der wenigen Jahre bis zu seinem Heimgang die Handauflegung durch diesen Apostel, und vor seinem Tode war für das Werk des Herrn eine Reihe eifriger Mitarbeiter, u.a. die früheren Pastoren der evangelischen Landeskirche, Carl Rothe, Albert Köppen und F.W. Becker gewonnen, durch welche die ersten großen Gemeinden gegründet wurden. Herr Carlyle hatte die Freude, dass er in Norddeutschland 12 Engel konsekrieren und 33 Priester ordinieren konnte. Der Apostel starb nach einer anstrengenden Reise in Schweden am 28. Januar 1855.

Bitte besuchen Sie auch unsere Seiten: Apostolische Väter
und Glaubensbekenntnisse.

 


vorherigen seite | nach oben | weiterempfehlung | impressum
copyright ® 2006 church documents | powered by peter sgotzai