John Tudor,

geb. 1784 - gest. 1861
Apostel für Polen

Tudor, J. O. war in Wales geboren und lebte in London. Er war Schriftsteller und zugleich Lehrer der alten Sprachen: Griechisch und Hebräisch. Er kam früh in Edw. Irvings Haus, mit welchem er in seiner Freizeit besonders den Propheten Hesekiel studierte.

Irving schildert ihn als einen sehr gelehrten, bescheidenden und gottesfürchtigen Mann. Tudor nahm an den Albury-Versammlungen 1826-1830 teil und war Redakteur der Zeitschrift "Die Morgenwache" (The Morning Watch), worin er selbst viele Abhandlungen besonders über die Prophetie und die prophetischen Schriften herausgab.

Am 14. April 1833 war er einer der sechs Ältesten, die in der Zentralkirche ordiniert wurden. Aber bereits am Schluss des Jahres wurde er zum Engel der Gemeinde in Brighton geweiht und im Februar 1835 als Apostel bezeichnet. Polen mit. Indien und Australien wurden 1816 seiner Fürsorge übergeben.

In Polen, welches damals und das Jahrhundert hindurch zersplittert und dem Schiedsgericht dreier Großmächte überlassen war, konnten keine eigentlichen Amtshandlungen ausgerichtet werden. In der damals preußischen, jetzt polnischen Provinz Posen wurde Bromberg Erzengelsitz, auch andre größere Gemeinden wurden in dieser Provinz gegründet, jedoch zum größten Teil aus deutschen Gemeindegliedern und mit deutschen Dienern. Diese Gemeinden haben seit der Aufrichtung Polens nach dem Weltkrieg sehr gelitten und sind zum Teil aufgelöst worden. - Dass Tudor mit seinem Evangelisten A. Wilkinson einige Male Indien besuchte, ist nicht sicher bestätigt. Die Gemeinde in Melbourne wurde bereits 1856 gegründet.

J. Tudor war Cardales nächster Mitarbeiter bei der Herausgabe der ältesten Auflage der Liturgie. Außerdem unterwies er die Propheten, die sich jährlich zum Studium in Albury versammelten. Hieraus gingen 1855 bis 1861 seine drei Schriften über das Buch der Offenbarung St. Johannes hervor, aus welchem oben einige Bruchstücke mitgeteilt sind. 1847 gab er das Buch „Die heilige Geologie“ heraus. Es enthält eine Betrachtung über das Verhältnis der Naturwissenschaft zum Christentum.

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